Als verhaltnismäßig junger Kunstverein sind wir stets daran interessiert neue Ausstellungsformate und -inhalte öffentlich zu machen. Bei der Einzelausstellung „Schere/Zeichen/Papier" von Kristina Heinrichs wollen wir unser Publikum mit einer jungen, zeitgenossischen Position in Kontakt bringen — und vor allem zum Dialog anregen. Wir freuen uns, dass die in Berlin lebende Kunstlerin Kristina Heinrichs alte und neue Arbeiten in ihrer Heimatregion in einer 3 wöchigen Ausstellung zeigen wird. Gebürtig in Heidelberg hat sie nach ihrer Ausbildung als Buchbinderin in Mannheim als eine von vier an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle Buchkunst studiert. Sie erhielt den Kunstpreis des Landes Sachsen-Anhalt für das beste Diplom. lhre Arbeiten wurden u. a. bereits in Peking, Sinop und Paris gezeigt.

Kristina Heinrichs entwickelt Zeichensysteme und gibt schwer greifbarem lnhalt eine grafische Form. So gibt die auch in der Ausstellung zu sehende Serie „spacial periods" dem flüchtigen Geschehen an öffentlichen Orten in der Stadt eine bleibende Gestalt. Die besondere ästhetische Qualität der Grafiken liegt in ihrer Präzision. Obwohl handgezeichnet erscheinen sie fast wie gedruckt. Wir haben die Künstlerin dafür gewinnen können, dass sie das Geschehen urn die Ausstellung und den Kunstraum des Kunstvereins Ladenburg in grafischer Form aufzeichnen wird, sodass die Ausstellung selbst ein Teil der künstlerischen Auseinandersetzung wird.

Darüber hinaus werden erstmalig experimentelle Radierungen der Serie „More colour this time" zu sehen sein und Buchobjekte, die den Buchschnitt als Träger des Bildes untersuchen. Gerade weil der konzeptionelle und buchkünstlerische Fokus der Ausstellung ungewöhnlich ist, wollen wir diese mit einem umfassenden Vermittlungsprogramm begleiten. Das umfasst einen kunstvermittelnden Schwerpunkt in der Ausstellungspräsentation, so soll der Entstehungsprozess der Grafiken anhand von Skizzen, Legende und Ausgangsmaterial begreifbar gemacht werden.